Gründung des Turnvereins Schermbeck e.V.
Der Spielverein Schermbeck e.V. verdankt seine Gründung der Anregungen ehemaliger Turner, die während ihrer Lehrzeit in anderen Städten einem Verein der deutschen Turnerschaft (DT) angehört hatten oder in ihrer Militärdienstzeit Freude an den Leibesübungen fanden.
Ohne förmliche Gründung wurden im Sommer 1912 Übungen wie Spiele, Springen u. a. an der Vogelrute durchgeführt. Damit das nötige Gerät dazu angeschafft werden konnte, unterstützte die Gemeinde Schermbeck die Sportler mit 200 Reichsmark. Ein Werbeturnen, das vom Weseler Turnverein am 16.08.1912 veranstaltet wurde, war schließlich der Auslöser für die Gründung des Schermbecker Turnvereins. Der erste Vorsitzende war Hauptlehrer Sack. Der Lehrer Fritz Bertram entwarf die Satzungen, die in einer Vollversammlung unter der Leitung von Bürgermeister Maassen angenommen wurde. Am 01.01.1913 zählte der TV Schermbeck 62 Mitglieder.
Der Erste Weltkrieg
Mit den ersten Anzeichen eines Weltkrieges wurden die ersten Sportler aus Schermbeck eingezogen und erhielten bei ihrer Verabschiedung vom Verein eine Pfeife und einen Beutel Tabak. Die turnerischen Übungen beschränkten sich nun zunehmend auf Kriegsvorbereitung. Geländeübungen und Märsche standen auf der Trainingsordnung. 1915 wurde unter der Leitung von Wilhelm Geldermann noch zweimal pro Woche geturnt. 1917 konnte der Sportbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden, und so wurde Mitte des Jahres der Betrieb eingestellt.
Neubeginn mit dem Ballspielverein Schermbeck
Nach dem ersten Weltkrieg, der sehr viele Menschenopfer gefordert hatte, nahmen die Kriegsheimkehrer sofort wieder den Spielbetrieb auf, um das Sportleben in Schermbeck neu aufleben zu lassen. Ende 1919 wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Da der Fußball immer mehr an Bedeutung gewann, tat sich die Turnabteilung recht bald mit dem Ballspielverein zusammen, um den Turnern Fußballspielen zu ermöglichen.
Gründung und Zerfall des Turn- und Sportvereins Schermbeck
Bis zum Beginn des NS-Regimes wurde der Fußball in Schermbeck weitgehend vom Faustball verdrängt.
1934 wurde dann der Fußballverein Grün-Weiß Schermbeck gegründet. Da durch den Faustball-Einfluss der Turnverein und Grün-Weiß Schermbeck schlecht überlebensfähig gewesen wären, taten sich am 1. November 1934 der Turn- und Sportverein Schermbeck zusammen. Der erste Vorsitzende der Fußballabteilung war Heinrich Niehaus. Die erste Mannschaft spielte in der 3. Kreisklasse des Gaues 10 Niederrhein. Außerdem nahmen eine 2. Mannschaft und eine Schülermannschaft, die von Fritz Schulte-Loh betreut wurde, den Spielbetrieb auf. 1937 zerfielen die beiden Seniorenmannschaften, allerdings gab es mittlerweile 2 Jugendmannschaften. Im September 1937 wurde das 25-jährige Bestehen des Vereins in einem kleinen Rahmen gefeiert. Am 19. März 1938 übernahm Bürgermeister Röhring die Vereinsleitung. Jedoch konnte an der Meisterschaft 1938/1939 bereits keine Mannschaft mehr teilnehmen, da viele Männer zum Militär einberufen wurden oder in der HJ-Bewegung tätig sein mussten. Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges kam das Vereinsleben erneut völlig zum Erliegen.
Neubeginn mit dem Spielverein Schermbeck
Nach dem Kriegsende 1945 berief Heinrich Hindricksen mit einigen Gleichgesinnten eine Versammlung ein. Da sich eine Vielzahl von Interessenten gemeldet hatten, war man in der Lage, eine 1. Mannschaft, eine Reservemannschaft und eine Leichtathletikabteilung zu gründen.
Allerdings war der Sportplatz durch den Bombenhagel unbespielbar. So mussten die Spieler in Eigenarbeit die Löcher zuschütten und Tore errichten. Als Tornetze dienten alte Tarnnetze der Wehrmacht. Am 1. September 1947 beantragte der Spielverein Schermbeck die Aufnahme in den Fußballverband Nordrhein-Westfalen Bezirk Westfalen, wo er unter der Nummer VR/892/W registriert wurde. Zu Auswärtsspielen musste damals aufgrund fehlender motorisierter Verkehrsmittel mit dem Fahrrad gefahren werden. 1947 stiftete der SV Lembeck einen Wanderpokal, um den sportlichen Reiz noch zu erhöhen. 1948/50 und von 1952 bis 1954 wurde der Pokal vom SV Schermbeck gewonnen. Anschließend konnte der begehrte Pokal, der aus einer 12,5 cm Geschosshülse gegossen war, behalten werden und steht heute noch im Vereinsheim Overkämping.
Der erste große Erfolg war 1950 der Gewinn der Fußball-Herbstmeisterschaft gegen den Hervester Spielverein. Am 08.01.1950 siegte der SVS mit 2:1. Mit Walter Puls, der zum damaligen Zeitpunkt Vorstandsmitglied war, gelang 1957 einem Mitglied der Fußballabteilung die Wahl zum Staffelleiter der Gruppe Borken/Dorsten. Das 45-jährige Vereinsjubiläum wurde am 16. und 17. Juni 1957 mit einem großen Pokalturnier begangen. Den Jugendmannschaften, deren Zahl auf neun angestiegen war, gelangen in den 50ern schöne Erfolge, zu denen u. a. 1956 der Pokalsieg in Rhade, 1957 der A-Jugendsieg im Pokal sowie 1959/1960 der B-Jugendsieg der Gruppe Dorsten/Borken zählten.
Erste Erfolge in den 60er und 70er Jahren
Die bis dahin erfolgreichste Saison spielte die 1. Mannschaft 1960/61. Nach der Herbstmeisterschaft stand man am Ende als Aufsteiger in die Bezirksliga fest, wo man ein Jahr später einen erfolgreichen 7. Platz belegen konnte. Drei Jahre spielte der SV Schermbeck in der Bezirksliga, ehe man 1964 wieder in die Kreisklasse A abstieg. Nach einem 3. Platz im darauffolgenden Jahr wurde man 1966 Meister, scheiterte jedoch in der Aufstiegsrunde. Anfang der 70er Jahre war der SVS über Jahre ins Mittelfeld der Tabelle abgesackt und spielte nur um die Plätze 8 bis 12.
Das schwärzeste Jahr erlebte die Abteilung dann in der Saison 1974/75, als man sogar den Abstieg in die B-Kreisliga hinnehmen musste. Nach Jahren des Aufbaus mit jungen Spielern kehrte man jedoch 1977 in die Kreisklasse A zurück.
Zahlreiche Trainer, Auf- und Abstiege
1980 wurde am Waldsportplatz die lang ersehnte Flutlichtanlage in Betrieb genommen, und mit dem Einstieg von Trainer Josef Ulfkotte begann am Waldsportplatz eine neue Zeitrechnung. 19 Jahre nach dem Abstieg aus der Liga führte er den SV Schermbeck 1983 wieder zurück in die Bezirksliga. Jedoch konnte der Trainer aus beruflichen sowie privaten Gründen sein Amt nicht länger ausführen, woraus große Probleme entstanden. Und so stieg man direkt wieder in die Kreisliga A ab.
Zur Saison 1984/85 gelang es dem SVS-Vorstand, den ehemaligen Bundesligaspieler Norbert Elgert als Trainer an den Waldsportplatz zu lotsen. In diesem Jahr wurde man Fünfter. Elgert verabschiedete sich bereits nach diesem Jahr wieder, um den Trainerschein zu machen. Als Nachfolger wurde Fred Sczepaniak präsentiert, der die Mannschaft bis 1989 trainierte. Sein Nachfolger wurde erneut Josef Ulfkotte, der den A-Kreisligisten allerdings nur zwei Jahre trainieren sollte. 1991/92 gab erneut Norbert Elgert seinen Einstand auf dem Trainerstuhl des SVS. Elgert baute die Mannschaft kontinuierlich auf und verstärkte sie nach und nach mit Schermbecker Urgesteinen wie Jupp Bockholt, Yogi Strelitz und später Thomas Gerner, Toni Timmermann, Peter Lerchen und Gerd Hohenhinnebusch. Dieser Weg sollte sich drei Jahre später in der Saison 1993/94 auszahlen. In einem wahren Endspiel setzte sich der SVS vor mehreren hundert Zuschauern gegen den VFL Ramsdorf durch und stieg nach acht Jahren wieder in die Bezirksliga auf. Mit dem Aufstieg verabschiedete sich Norbert Elgert und ging als Jugendtrainer zum FC Schalke 04. Als neuer Trainer übernahm zeitweise Jupp Bockholt das Amt, übergab dies aber zur Saisonmitte an Conny Ewald. Der SVS wurde Fünfter und bester Aufsteiger der Liga.
Die erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte
Unter dem Spielertrainer Jens Grote und seinem Assistenten Ralf Gromann wurde ab 1996 der erfolgreiche Aufbau der Mannschaft fortgesetzt. Drei Jahre hintereinander verfehlte die 1. Mannschaft nur knapp den Aufstieg und wurde jeweils Vizemeister in der Bezirksliga 12. 1998 verabschiedete sich Jens Grote und der ehemalige Oberligakicker Martin Stroetzel übernahm mit seinem Co-Trainer Andreas Kotter das Kommando am Waldsportplatz. In diesem Jahr wurde der SVS in die Bezirksliga 11 umgruppiert. Hier tat man sich zunächst schwerer als angenommen. Am Ende der Spielzeit reichte es nur zu einem sechsten Tabellenplatz. Im darauffolgenden Jahr jedoch konnte der lang ersehnte Aufstieg in die Landesliga gefeiert werden. Vor Saisonbeginn kam mit Thomas Gerner ein Ur-Schermbecker zurück zum SVS, der als Kapitän eine aus vielen jungen und erfahrenen Schermbecker Spielern bestehende Mannschaft mit über 30 Toren zur Meisterschaft führte.
Eine Saison später wurde der nächste und bis dahin größte Erfolg der Stroetzel-Ära erzielt, denn alle drei Seniorenmannschaften stiegen in ihren Klassen auf. In einem dramatischen Saisonfinale mit knapp 1500 Zuschauern am Waldsportplatz gegen den Tabellenführer SuS Neuenkirchen schoss der Österreicher Andreas Rosenberger in der Nachspielzeit das 1:0 für den SVS und verhalf so dem Aufsteiger und bisherigen Tabellenzweiten SV Schermbeck zum Durchmarsch in die Verbandsliga. Nach dem Schlusspfiff brach ein großer Jubel am Waldsportplatz aus, den es in dieser Art und Weise noch nicht gegeben hatte.
Aber nicht nur die 1. Mannschaft war in diesem Jahr die beste ihrer Klasse. Auch die 2. Mannschaft von Spielertrainer „Yogi“ Stroetzel setzte sich in der B-Kreisliga gegen ihre Konkurrenz durch, wurde Meister und stieg ebenso wie die 3. Mannschaft als Tabellenzweiter der C-Kreisliga auf. Das Hauptaugenmerk der 1. Mannschaft galt dann zunächst der Klassensicherung. Nach schlechtem Start belegte die 1. Mannschaft den 6. Platz, die 2. Mannschaft den 10. und die 3. Mannschaft den 7. Platz.
Aufstieg in die Oberliga Westfalen
Die Erfolgsserie des SV Schermbeck sollte nicht enden und was folgte, war der dritte Aufstieg im vierten Jahr und somit der Aufstieg in die Oberliga. Gut aus den Startlöchern gekommen dominierte man von Beginn an die Verbandsliga der Saison 2002/03 und entfachte unter Schermbecks Einwohnern eine wahre Welle der Euphorie. Bis zu 500 Zuschauer besuchten die Heimspiele, und zwei Spieltage vor Schluss durfte gefeiert werden.
Die Jahre in der Oberliga-Westfalen
Der SV Schermbeck schaffte es nach dem Aufstieg drei Jahre im Konzert der Großen in der Oberliga Westfalen mitzuhalten. Der Kader des SV Schermbeck umfasste allerdings in den drei Oberligajahren nur noch wenige Schermbecker Spieler. Zuletzt stand nur noch Kapitän Florian Dondorf im Kader des Oberligisten SV Schermbeck.
Um die Klasse zu halten, mussten der Vorstand und das Trainergespann Martin Stroetzel und Christoph Schlebach in den Jahren 2005 und 2006 immer häufiger Spieler aus unteren Ligen oder der A-Jugend Bundesliga verpflichten. Gestandene Oberligaspieler konnten allein schon wegen der Gehaltsvorstellungen nicht zum Waldsportplatz gelockt werden. Doch die Schermbecker mit ihrer jungen Mannschaft, geleitet von erfahrenen Kämpen wie Torhüter Oliver Dirr, Alexander Kaul, Stefan Zepanski, Dirk Cholewinki oder Kapitän Florian Dondorf, schafften es immer wieder für absolute Highlights zu sorgen. So konnten die Schermbecker in den ersten beiden Oberligajahren die Klasse relativ früh sichern und ihren mitunter bis zu 1000 Fans hinreißende und tolle Spiele präsentieren. Unvergessen sind sicherlich der 5:4-Sieg gegen Eintracht Rheine nach einem 0:3-Halbzeitstand, die 4:0-Siege gegen Bochum 2, 5:0 gegen Schalke 2 oder 4:0 gegen den VfB Hüls. Zudem stellte der SVS mit Torjäger Christian Erwig, der dann zum FC Schalke 04 wechselte, mit 21 Treffern einen der erfolgreichsten Torschützen der Liga.
Ebenfalls konnte der SV Schermbeck im Jahr 2004 einen Kunstrasenplatz anstelle des alten und maroden Tennenplatzes errichten. Diese Maßnahme erwies sich als Volltreffer. Denn nun konnten die Mannschaften auch in den Wintermonaten trainieren und Spiele fielen nur noch ganz selten aus. Das war sicherlich ein Vorteil für den SV Schermbeck, der zudem die Mitgliederzahl speziell in der Jugendabteilung von 500 auf über 700 Mitglieder innerhalb von zwei Jahren erhöhen konnte.
Der Abstieg
In der Saison 2005/2006 hatte der SVS nominell wohl die beste Mannschaft seit der Zugehörigkeit zur Oberliga, allerdings mussten Torjäger Christian Erwig und Spielgestalter Yakub Köse ersetzt werden. In dieser Spielzeit schien der SVS schon neun Spieltage vor Schluss gerettet zu sein, denn in der Rückserie holten die Schermbecker 13 von 15 Heimpunkten und konnten auch auswärts z. B. beim VfL Bochum 2 mit 3:2 überraschen. Doch dann folgte der Absturz. Aufgrund von Verletzungen und sicherlich auch einer Menge Pech und Unvermögen rutschte der SV Schermbeck wieder in den Abstiegskampf und musste sich am letzten Spieltag vor der Rekordkulisse von 4500 Zuschauern in Rheine in einem wahren Abstiegsendspiel mit 2:1 geschlagen geben.
Das ganze Dorf trauerte und so musste der SVS nicht nur den Abstieg in die Verbandsliga verwinden, sondern auch den Abschied von Schermbecks Urgestein und Kapitän Florian Dondorf, der zum SF Lotte wechselte.
Verbandsliga – Die Rückkehr in die Oberliga Westfalen
Was vielen Vereinen nach einem Abstieg widerfährt, prophezeite man auch dem SV Schermbeck, nämlich dass die Mannschaft auseinanderbricht und auch in der Verbandsliga im Niemandsland versinken würde. Doch die Mannschaft verlor neben Florian Dondorf nur Sven-Ole Lemke. Die Spieler, die eigentlich für die Oberliga geplant waren, kamen allesamt dennoch zum SVS und die Mannschaft, das Trainergespann und der Vorstand schworen sich, diesen Abstieg schnellstens vergessen zu machen.
Zudem kam mit Ole Mika ein Schermbecker zurück und auch die Neuverpflichtungen wie Pierre Bendig, Dominik Milaszewski und Mirko Talaga schlugen ein. In der Hinrunde spielte der SV Schermbeck trotz zahlreicher Verletzungen in der Spitzengruppe mit.
In der Rückrunde und nach der Verpflichtung von Stürmer Pierre Bendig sowie der gleichzeitigen Rückkehr der verletzten Spieler marschierte der SVS von Sieg zu Sieg und fuhr hochverdient und mit acht Punkten Vorsprung die Meisterschaft ein.
Die letzte Saison der Oberliga Westfalen
Der SV Schermbeck ging nach dem Aufstieg und im Kreis der besten 72 Mannschaften Deutschlands in die letzte Saison der Oberliga Westfalen, denn durch die Neuschaffung der NRW-Liga, der Regionalliga und der 3. Bundesliga würde es die Oberliga Westfalen ab 2008 nicht mehr geben. Eher als einer der ersten Abstiegskandidaten gehandelt, überzeugte und überraschte der SVS viele Kenner des Fußballsports.
Durch die Neueinteilung der Ligen gab es für die letzte Oberligasaison sieben Abstiegsplätze und vier Aufstiegsplätze zu vergeben. Nur von Platz 5 bis 11 war man Teil der neuen NRW-Liga. Somit war allen klar, dass jedes Spiel ein Endspiel werden würde.
Zu Beginn der Serie spielte der SVS im gesicherten Mittelfeld, allerdings immer mit Blickkontakt auf die sieben Abstiegsplätze. Mit zunehmender Spielzeit verschaffte sich der SVS ein beruhigendes Punktepolster. Enorm heimstark bei nur zwei Heimniederlagen stellte der SVS am Ende der Saison die drittbeste Heimelf. Auch auswärts lief es nach der Winterpause immer besser. Zeitweise war der SVS elf Spiele lang ungeschlagen und legte somit den Grundstein für einen hervorragenden 6. Tabellenplatz und die Qualifikation für die NRW-Liga. Als Aufsteiger eine mehr als beachtliche Leistung.
NRW-Liga
Schermbecks Mannschaft hatte die Vorgaben zur NRW-Liga-Qualifikation erreicht, nun musste Schermbecks 1. Vorsitzender Johannes Brilo das Abenteuer NRW-Liga planen. Der Verband stellte einen Anforderungskatalog zusammen, der vielen Vereinen, auch dem SVS, Kopfschmerzen bereitete. Der SV Schermbeck packte aber an: Mit vielen Helfern und Freunden wurde die Volksbank-Arena in ein modernes Stadion mit Tribüne, weiteren Eingängen, Gästekabine, Sprecherkabine, Presseplätzen, Verkaufsräumen, Toiletten und einem eigenen Sicherheitsbereich für Gästefans umgebaut.
Auch der Kader der 1. Mannschaft wurde gezielt verstärkt. Der Verlauf der ersten NRW-Liga-Saison war sportlich schwierig, aber am Ende rettete sich der SVS sportlich knapp für eine weitere NRW-Liga-Saison.
Doch dem Präsidenten Johannes Brilo unterlief Wochen vor dem Ende ein Lapsus, als er Unterlagen 15 Minuten zu spät beim Verband abgab. Der Verband entschied daraufhin, dass der SVS von der NRW-Liga für die neue Saison ausgeschlossen wird. Der SVS ging vor das Sportgericht und später vor ein Zivilgericht, das zugunsten des Vereins entschied. Die Begründung: Die Strafe des Zwangsabstiegs stehe in keinem Verhältnis zu einer Verspätung von 15 Minuten.
Eine starke Rückrunde
So ging es erneut mit 19 Mannschaften in die 2. NRW-Liga-Saison und erfreulicherweise mit dem SV Schermbeck. Aufgrund der unklaren Situation startete der SVS mit einem reduzierten Kader, konnte aber das Gros der Stammspieler halten und mit Rückkehrern sowie jungen talentierten Spielern aus der eigenen Jugend und umliegenden Vereinen eine NRW-Liga-taugliche Mannschaft präsentieren.
Die Hinrunde verlief katastrophal. Nach 18 Spielen hatte der SVS nur 12 Punkte auf dem Konto. Doch Trainer Martin Stroetzel zog in der Winterpause die Notbremse und holte neues Personal. Die Rückrunde wurde ein Triumphmarsch: Mit 32 Punkten stellte der SVS die viertbeste Mannschaft der Rückrunde und verhinderte den Abstieg. Am Ende rangierte der SV Schermbeck sogar noch vor Fortuna Köln in der Tabelle.
3. Jahr NRW-Liga
Nach der Saison gab es einen fast kompletten Kadertausch. 14 Spieler verließen den Verein. Mit frischen jungen Spielern und einigen erfahrenen Neuzugängen wollten die Schermbecker eine neue Mannschaft formen.
Die Vorbereitung verlief äußerst negativ. Mehrere Spieler verletzten sich schwer oder fielen lange aus. Die Hinrunde war wie in der Vorsaison schwach, doch Trainer Martin Stroetzel und sein Team überzeugten erneut in der Rückrunde. Einen großen Anteil daran hatte Marek Klimczok, der in der Winterpause zum SVS wechselte. Am Ende stand Platz 10 mit 42 Punkten und erneut ein Riesenerfolg für den SV Schermbeck. Highlights waren die Spiele gegen RW Essen vor mehreren tausend Zuschauern sowie eine Serie von sieben Siegen in Folge, die den Klassenerhalt besiegelte.
4. und letzte NRW-Liga-Saison
Wie schon in den vergangenen Jahren änderte sich das Gesicht der Mannschaft erneut. 15 Abgängen folgten acht Neue und einige A-Jugendliche. Der Verband beschloss vor der Saison, wieder die alte Oberliga einzuführen und zwei Regionalligen mehr zu installieren. In der Saison 2011/2012 konnte keine Mannschaft absteigen, aber sieben Mannschaften den Aufstieg in die Regionalliga schaffen.
Der SVS beteiligte sich nicht am Wettrüsten, dennoch gelang es dem Vorstand erneut, einige starke Spieler zu halten und den Kader zu ergänzen. Neu kamen unter anderem Mirko Urban, Akpo, Andreas Altenbeck sowie talentierte Spieler aus unterklassigen Vereinen. Zudem sollten erstmals mehrere A-Jugendspieler des SVS den Sprung schaffen.
Fortsetzung folgt.